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Stellungnahme Axel Hüls zur "Entführung" seiner Kinder

 

"Eine der spektakulärsten Entführungen der letzten Jahre scheint ein glückliches Ende genommen zu haben," so idea im September 2011. Das Interesse in den Medien war groß, nachdem Axel Hüls zusammen mit seinen Kindern Ende April Richtung Ägypten geflohen war. Letztlich wurde er abgeführt und inhaftiert, ein Urteil steht noch aus. Die Mutter der Kinder bat um Ruhe und darum, "ihre Privatsphäre zu respektieren und Zurückhaltung zu üben, damit sie und die Kinder möglichst schnell in den normalen Alltag zurückfinden können."

Zum Vorfall befragt wurden viele, Meinungen und Spekulationen gab es noch mehr. Seitens der Angehörigen, der Polizei, der Kirche und der allgemeinen Leserschaft. Auf ein Schreiben unsererseits an den inhaftierten Axel Hüls selbst hat er nun mit einer eigenen, persönlichen Stellungnahme reagiert, die ein etwas anderes Gesamtbild zeichnet als das, was in den Medien allgemein transportiert wurde. Hier vorab eine Zusammenfassung der wichtigsten Punkte, im Anhang auch die Veröffentlichung des 7-seitigen Briefs auf seinen eigenen Wunsch.

Das Verhältnis zwischen Axel Hüls und seiner Ehefrau

...ist tatsächlich Privatsache, die alle respektieren sollten. Zur Urteilsbildung hilfreich gerade unter Christen sei dennoch hervorgehoben, dass die Mutter der Kinder und Ehefrau von Axel Hüls seit 2009 mit einem neuen Partner zusammenlebt. Die Bibel nennt das immer noch Ehebruch, und die meisten Christen halten sich daran. Bei einer christlichen Nachrichtenagentur wollte man unseren Hinweisen und "Gerüchten" nicht nachgehen, man vertraue allein der Justiz. Was zuvor schon durchgesickert ist, bestätigt nun auch das vorliegende Schreiben.

Mit Wohnrecht und Dokumenten in Ruhe nach Ägypten

Nicht missionarischer Übereifer, sondern klare Gedanken haben Herrn Hüls nach Ägypten geführt. Mit Heiratsurkunde und Photo erhoffte er sich "gute Chancen, denn Ehebruch ist in Ägypten strafbar." Sogar die deutsche Justiz sollte hier ins Nachdenken kommen, auf welcher moralischen Grundlage sie diametral anders urteilen will als ihre ägyptischen Kollegen. Dort würde die Frau angeklagt, hier wird der Mann isoliert.

Axel Hüls schreibt, er hatte ein Wohnrecht für Ausländer erworben und auf dieser Grundlage in Kairo gewohnt, "mit sehr gutem Nachbarschaftsverhältnis." Ein Austausch-Handel zwischen ägyptischer und deutscher Justiz vorbei an der dortigen Rechtsprechung habe schließlich zu seiner Auslieferung geführt, so Hüls weiter.

Zusammen mit den Kindern, nicht ohne ihre Zustimmung

Die notwendigen Dokumente habe sich Hüls nur deshalb zügig und problemlos besorgen können, weil seine Kinder ihm bei der Umsetzung der Flucht geholfen haben. Mit den Söhnen habe er zuvor darüber gesprochen und betont nun, "daß sie dies beide befürworteten." Nach seiner Aussage ist das Verhältnis der Kinder zu ihm als Vater sehr viel enger als zu der Mutter. So sind sowohl die Söhne als auch eine Tochter mehrmals zu ihm geflohen. Das ihm zugesprochene "Umgangsrecht" habe Besuchsonkelniveau, auf solcher Basis sei gelebte Vaterschaft unmöglich.

Ein Mann mit klaren Überzeugungen, denen er treu bleibt

Die ganze Stellungnahme ist nun öffentlich für jeden einsehbar. In klaren Worten schreibt Hüls seine Beweggründe ab Seite 4. Auf den ersten Seiten äußert er seine Kritik gegen die Gnadenlehre als Reaktion auf ein Buch, das wir ihm zusandten (der Streitpunkt ist Theologen nicht unbekannt).

In einem anderen Brief schreibt Hüls, dass seitens der Medien ein großes, auch kommerzielles Interesse an der Sache bestünde. Stürzen sich die Medien nun auf den vorliegenden Brief mögen sie ebenso bedenken, was einst eine Facebook-Nutzerin als Mutter von drei Kindern so treffend formulierte:

"Man sollte einmal darüber nachdenken, wie sehr ein Vater seine Kinder lieben muss, um so eine Aktion zu starten."

 

 

Zum Download:

In abgetippter, lesbarer Form steht der Brief hier zum Download bereit. Die eingescannte Version ist deshalb so schlecht lesbar, weil das Original beschlagnahmt wurde und wir selbst nur eine schlechte Kopie bekommen haben.
 

Nachtrag:

Die Ermittlungen sind abgeschlossen, die Anklage zugestellt.
Die Verhandlung beginnt laut aktueller idea-Meldung am 24. Januar.

 

Kommentare

Aktueller Link zu Hüls

Ich sehe gerade, man muss für den Artikel bezahlen... Google News hat mich trotzdem irgendwie hingeführt und ich lese, er wird wegen "Entziehung Minderjähriger" und auch wegen Diebstahls der Sparbücher seiner Kinder angeklagt, aus denen er die Reise und den Aufenthalt finanziert haben soll.

Die Verhandlung ist im Landgericht Lüneburg am Dienstag, es sind außerdem fünf Fortsetzungstermine anberaumt und zwei Zeugen sowie zwei Sachverständige geladen. In der Mitteilung des Landgerichts heißt es, dass er "nach seinem Selbstverständnis als Christ davon ausgegangen sei, nach dem für ihn höherrangigen Gesetz Gottes selbst zur Kindererziehung verpflichtet zu sein“.

Die Kinder wurden "entdeckt" und "befreit" und kamen in die "Obhut" der ägyptischen Behörden. Von einem "Deal" wie Axel Hüls ihn beschreibt ist natürlich nichts zu lesen...

Ergänzung zum Fall Hüls

Interessante Ergänzung vom Geier: Post aus der JVA Sehnde

Gute journalistische Arbeit

Endlich mal eine gute Berichterstattung, die den Betroffenen zu Wort kommen lässt.

Einfach klassse, dass es Zeltmacher gibt!

Jesus Christus ist derselbe gestern und heute und auch in Ewigkeit!

Eine Schande für die

Eine Schande für die christlichen Medien, die zu vorschnell in das gleiche Horn mit den säkularen Medien gestoßen haben.