Christen sollten ihre Stimme deutlich gegen moderne Formen der Sklaverei erheben. Dazu hat der Baptistenpastor und Autor Uwe Heimowski (Gera) am 5. August auf der Jahreskonferenz der Deutschen Evangelischen Allianz im thüringischen Bad Blankenburg aufgerufen.
Sklaverei sei keinesfalls ein Phänomen der Vergangenheit. Auch heute lebten weltweit Millionen Menschen als Sklaven. Viele würden in westlichen Ländern als Sexsklaven ausgebeutet. So würden in Deutschland für die erste Nacht mit einem minderjährigen Mädchen zum Teil mehrere tausend Euro bezahlt. Heimowski berichtete von einer 13-jährigen Asiatin, die er und seine Frau über das Jugendamt für einige Jahre aufgenommen hatten. Das Mädchen war als Sexsklavin nach Europa geschickt worden. „Wir sollten den Schrei der Sklaven unserer Zeit hören – nicht nur in Indien, Afrika oder Saudi-Arabien –, sondern auch hier in Deutschland mitten unter uns.“ Sklaverei sei die „Hölle auf Erden“. Gerade Evangelikale seien aufgerufen, etwas dagegen zu tun, denn sie stünden in einer großen Tradition. Heimowski erinnerte an den britischen Parlamentarier und evangelikalen Christen William Wilberforce (1759-1833), der sich erfolgreich für die Abschaffung des Sklavenhandels eingesetzt hatte.
Wenn Christen es mit der Qualität ihrer Arbeit nicht so genau nehmen
In einer Bibelarbeit zum Thema „Hoffnung leben – damit die Arbeitswelt nicht zur Hölle wird“ forderte Heimowski Christen auf, ihren Lebenswandel selbstkritisch zu überdenken. Christen, die behaupteten, sie hätten an ihrem Arbeitsplatz zu leiden, sollten sich fragen, ob sie zu Recht oder zu Unrecht litten. Wer in der Arbeitszeit Kollegen von Jesus erzähle oder Gebetsgemeinschaft halte, dürfe sich nicht beklagen, wenn der Chef verlange, dass diese Zeit nachgearbeitet wird. „Alles andere ist Betrug an meinem Arbeitgeber“, so Heimowski. Er beobachte häufig eine Arbeitseinstellung, die es mit der Qualität nicht so genau nehme: „Wir Christen sollten das, was wir tun, gut machen und das, was wir nicht können, anderen überlassen.“ Es sei bedenklich, wenn der Chefarzt einer christlichen Klinik einen neuen Arzt suche und sich frage, ob er einen Christen nehmen solle „oder jemanden, der was kann“.
Claas: Genügt der Zehnte?
Die Generalsekretärin der Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (Baptisten- und Brüdergemeinden), Regina Claas (Elstal bei Berlin), rief zu einem Umdenken im Umgang mit materiellen Gütern auf. Viele Christen seien es gewöhnt, den Zehnten ihres Einkommens zu geben. In ihren Augen sei das falsch gedacht, da doch aller Besitz Gott gehöre. „Könnte es sein, dass wir umdenken müssen?“ fragte sie. Wenn Christen von ihrem Einkommen nur das nähmen, was sie wirklich brauchen und den Rest weggäben, seien das sicher mehr als zehn Prozent. Zugleich könne dies von Ballast und Sorgen befreien, und Christen könnten im guten Sinne wie Pilger in der Welt unterwegs sein. Nach Ansicht von Claas haben sich vielfach auch Christen zu sehr an Luxus und Komfort gewöhnt. Das unterdrücke die Leidenschaft für Jesus Christus.



.jpg)








.png)