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Christen, hört auf zu spenden – im Ernst!

So ein Jahresbericht kann informativ und richtungsweisend sein, wenn man ihn zu lesen weiß. Die meisten jedoch interessieren sich nicht für Zahlen, und das Wesentliche übersehen sie.

Der ERF Medien e.V. – aktiv im Bereich Radio, Fernsehen und Internet - hat seine Zahlen für 2009 veröffentlicht. Hier eine kritische Analyse aus Sicht eines ehemaligen Angestellten der Deloitte & Touche GmbH, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft:

Fast eine halbe Million Euro Defizit“ in 2009, so die Schlagzeile. Dass noch genug im Portemonnaie bleibt, wird verschwiegen. Knapp eine Millionen Finanzanlagen und gut zwei Millionen auf dem einfachen Bankkonto, dazu eine Millionen Forderungen. Wenn ich nun noch wüsste, was die „Verbindlichkeiten gegenüber Hörern“ in Höhe von fast 4,8 Millionen sind - ich war auch schon Hörer, bekomme ich jetzt Geld dafür?

Zur Liquiditätslage lässt sich so jedenfalls nichts sagen, aber das will wohl auch keiner. Genausowenig werden nämlich die Sonstigen betrieblichen Aufwendungen in der Gewinn- und Verlustrechnung näher erläutert – immerhin fast 4,9 Millionen, die der ERF da verbraucht hat. Das sind 35% des Spendenvolumens, die dem Spender nicht erklärt werden.

Als Verwaltungskostenanteil werden 12,4% angegeben. Interessant jedoch die 6,6 Millionen an Personalaufwand, das sind fast 50% der Spenden. Für mehr als 200 Mitarbeiter, das kommt hin. Doch missionieren die alle oder was machen die vielen Menschen, wenn nicht Verwaltung und Marketing? Oder ist Werbung schon gleichzeitig Mission?

Wenn es finanziell eng wird, hat der ERF noch die Stiftung hinter sich. Ein zum Steuersparmodell verkommenes Konstrukt, das auch das „S“ der SCM* für sich beansprucht. Die ERF Stiftung hat Wertpapiere in Höhe von 1,6 Millionen Euro, daneben Bankguthaben i.H.v. 710.666,99 EUR. Außerdem Ausleihungen, also insgesamt etwa 2,5 Millionen EUR, denen diesmal keine Verbindlichkeiten gegenüberstehen. Ganz schön viel Geld in der Tasche.

Und was macht der ERF mit seinem Geld? Unter anderem haben sie Nikodemus.net abgeschaltet und so die entsprechenden Spenden dafür erfolgreich verbrannt. Genau dasselbe wird der HERR am Ende mit den übrigen Millionen tun, und den unnützen Knecht… er sollte gewarnt sein!

 

 

*Zur SCM Stiftung Christliche Medien gehören noch verschiedene Firmen mit den Marken SCM R.Brockhaus, SCM Bundes-Verlag, SCM ERF-Verlag, SCM Hänssler, SCM Collection und das Dienstleistungsunternehmen ICMedienhaus. Wer weiß, wieviel dort noch vergraben liegt.

Jahresbericht zum Download

 
Nachtrag:
Christen, hört auf zu spenden - warum?